Meine Gratulation zu dieser Initiative.

Der Glaube verdunstet, unsere Gesellschaft hat sich von Gott weitgehend entfernt. An seine Stelle sind die neuen Moralisten getreten, die uns vorschreiben, was wir zu tun, zu essen und zu denken haben. Sie sind neben dem Geld die neuen Götter, um es ganz deutlich zu sagen. Wo wollen sie uns hinführen? Die zehn Gebote hingegen sind Wegweisungen Gottes, um den Bestand des damaligen Volkes Israel zu garantieren. Sie bieten auch die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben einer Gesellschaft. Sie bevormunden nicht, sondern führen uns die Freiheit, die Achtung vor jedem Menschen und das, was ihm zusteht. Jedem das Seine, ist schon ein altes römisches Prinzip. Die zehn Gebote zeigen auf, worin das konkret besteht. Über allem aber waltet die Ehrfurcht vor Gott. Vor ihm sind wir gleichermaßen verantwortlich für unser ganzes Tun.

Im Blickfeld Gottes zählt seine Barmherzigkeit. Er weiß, dass wir fragile Menschen sind, und schenkt uns sein Erbarmen. Sein Sohn hat das Leben für uns gegeben. Unsere Gebrechlichkeit besagt aber auch, dass wir nichts überziehen, einander nicht überfordern dürfen. Die unverdiente Gnade Gottes gilt auch im Umgang mit einander. Es geht um das rechte Maß. Der heilige Benedikt sagt: Der Abt richte alles so ein, dass die Starken finden, wonach sie verlangen, die Schwachen aber nicht davon laufen. Die zehn Gebote bieten eine Spannbreite des Lebens, das uns den nötigen Raum der Freiheit belässt beziehungsweise die Freiheit eines frohen und demütigen Miteinander ermöglicht.

Daher finde ich es gut, dass über die Stelen den Menschen diese Botschaft nahe gebracht wird. Die zehn Gebote wurden ursprünglich auf Steintafeln geschrieben, um ihre lange Dauer zu garantieren. Die Stelen erinnern an dieses Handeln Gottes aus Liebe zu den Menschen.

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